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Überforderung verstehen und endlich überwinden

Aktualisiert: 27. Jan.

Überforderung – das ist der Moment, in dem deine inneren Akkus leer sind, aber der Motor immer noch auf Hochtouren laufen soll. Es ist das Gefühl, dass die Summe aller Anforderungen einfach zu viel wird und deine eigenen Ressourcen nicht mehr ausreichen, um alles zu stemmen. Es fühlt sich an, als würde ein Glas unaufhaltsam überlaufen.


Was Überforderung wirklich bedeutet


Stell dir ein Wasserglas vor. Jeder Tropfen, der hineinfällt, steht für eine Aufgabe, eine Sorge, eine Erwartung von außen oder einen anstehenden Termin. Am Anfang ist das kein Problem, das Glas fängt alles locker auf.


Aber die Tropfen hören nicht auf. Langsam aber sicher steigt der Pegel bis an den Rand. Und dann kommt dieser eine, winzige Tropfen zu viel – und das Glas läuft über.


Illustration: Ein Glas, halbvoll mit Wasser, auf einem Tisch. Wassertropfen fallen hinein und verursachen Wellen.

Genau dieses Bild fängt das Gefühl der Überforderung perfekt ein. Es ist mehr als nur „viel zu tun haben“ oder kurz mal gestresst sein. Es ist der kritische Punkt, an dem deine persönlichen Kapazitäten – deine Energie, Konzentration und emotionale Belastbarkeit – einfach aufgebraucht sind.


Mehr als nur Stress


Wichtig ist, Überforderung nicht mit positivem Stress zu verwechseln, dem sogenannten Eustress. Eustress kennen wir alle: Das ist die Anspannung, die uns anspornt, eine knifflige Herausforderung anzupacken. Danach fühlen wir uns oft stolz und zufrieden.


Überforderung ist das genaue Gegenteil. Sie lähmt. Sie raubt uns das Gefühl, unser Leben selbst in der Hand zu haben. Stattdessen fühlen wir uns wie Getriebene, die nur noch auf äußere Umstände reagieren. Genau dieses Gefühl der Ohnmacht ist ein zentrales Warnsignal unseres Systems.


Ein Ungleichgewicht, keine Schwäche


Der vielleicht wichtigste Punkt ist dieser: Überforderung ist kein Zeichen von persönlicher Schwäche. Niemand kann endlos alles wegstecken. Sie ist vielmehr ein klares Signal für ein massives Ungleichgewicht zwischen den Anforderungen, die auf dich einprasseln, und den Ressourcen, die dir zur Verfügung stehen.


Unsere moderne Welt, die oft als komplex, unsicher und widersprüchlich beschrieben wird, leistet dazu einen erheblichen Beitrag. In unserem Artikel über die VUCA-Welt erfährst du, wie Sie in chaotischen Zeiten Klarheit finden.


Dieses Ungleichgewicht zu erkennen, ist der erste und entscheidende Schritt, um die Kontrolle zurückzugewinnen. Wenn du verstehst, was da gerade in dir passiert, kannst du anfangen, bewusst gegenzusteuern, anstatt dich von der Welle der Aufgaben und Erwartungen einfach mitreißen zu lassen.


Die vier Dimensionen der Erschöpfung


Überforderung fühlt sich oft wie eine riesige, ungreifbare Wolke an, die über deinem Alltag schwebt. Doch wenn du genauer hinsiehst, merkst du: Das ist kein vages Gefühl. Es ist ein Zustand, der sich in ganz konkreten, spürbaren Signalen in deinem Denken, Fühlen, deinem Körper und deinem Verhalten zeigt.


Um diese Warnsignale besser deuten zu können, schauen wir uns diese vier Bereiche genauer an. So lernst du, die Sprache deines Systems zu verstehen und die Hilferufe zu erkennen, bevor die Erschöpfung die Oberhand gewinnt.


Vier Illustrationen zeigen Symptome von Überforderung: kognitiven Nebel, emotionale Belastung, körperliche Anspannung und Verhaltensrückzug.

Kognitive Symptome: wenn der Kopf nicht mehr mitmacht


Alles beginnt im Kopf. Läuft dein Gehirn permanent unter Volllast, lässt seine Leistung spürbar nach. Stell es dir vor wie einen alten Computer mit Dutzenden offenen Tabs – irgendwann wird alles quälend langsam und fehleranfällig.


Anzeichen auf der kognitiven Ebene sind:


  • Konzentrationsprobleme: Du liest eine E-Mail dreimal und weißt immer noch nicht, was drinsteht. Gesprächen zu folgen, fällt dir schwer, weil deine Gedanken ständig abschweifen.

  • Gedächtnislücken: Du vergisst plötzlich wichtige Termine, Namen oder wo du den Schlüssel hingelegt hast. Dein Kurzzeitgedächtnis fühlt sich an wie ein Sieb.

  • Entscheidungsschwierigkeiten: Selbst simple Fragen wie „Was esse ich heute zu Mittag?“ werden zu einer unüberwindbaren Hürde. Die Angst, die falsche Wahl zu treffen, lähmt dich.

  • Ständiges Grübeln: Deine Gedanken kreisen unaufhörlich um dieselben Probleme, ohne je zu einer Lösung zu kommen. Dieses Gedankenkarussell raubt dir besonders nachts den Schlaf.


Dieser mentale Nebel ist ein klares Zeichen, dass deine kognitiven Akkus leer sind. Dein Gehirn signalisiert dir, dass es dringend eine Pause braucht.


Emotionale Warnsignale: die Gefühls-Achterbahn


Auf der emotionalen Ebene spüren wir die Überforderung oft am intensivsten. Deine Gefühle fahren Achterbahn, und du hast das Gefühl, die Kontrolle über deine Reaktionen zu verlieren.


Typische emotionale Symptome umfassen:


  • Gereiztheit und Wut: Kleinigkeiten bringen dich auf die Palme. Du reagierst auf harmlose Fragen oder Situationen übermäßig emotional oder schnippisch.

  • Innere Leere und Traurigkeit: Du fühlst dich oft grundlos niedergeschlagen, hoffnungslos oder emotional taub. Dinge, die dir früher Freude bereitet haben, lassen dich kalt.

  • Anhaltende Angst und Sorgen: Du machst dir ständig Sorgen über die Zukunft, deine Arbeit oder deine Familie. Ein diffuses Gefühl der Angst ist dein ständiger Begleiter.

  • Gefühl der Hilflosigkeit: Du fühlst dich den Umständen ausgeliefert und glaubst nicht mehr daran, deine Situation aus eigener Kraft verbessern zu können.


Wenn deine emotionale Belastbarkeit schwindet, ist das kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein direktes Resultat eines überlasteten Nervensystems, das dringend Entlastung benötigt.

Körperliche Anzeichen: der Körper sendet SOS


Dein Körper und deine Psyche sind untrennbar miteinander verbunden. Chronische Überforderung hinterlässt deshalb auch körperliche Spuren, die oft als erste, untrügliche Warnsignale auftreten.


Achte auf folgende körperliche Symptome:


  • Schlafstörungen: Du kannst schlecht einschlafen, wachst nachts häufig auf oder fühlst dich morgens wie gerädert, egal wie lange du geschlafen hast.

  • Verspannungen und Schmerzen: Chronische Kopfschmerzen, Nacken- oder Rückenschmerzen sind häufige Begleiter. Dein Körper befindet sich in einer permanenten Anspannung.

  • Magen-Darm-Probleme: Dein Verdauungssystem reagiert empfindlich auf den Dauerstress, sei es mit Unwohlsein, Krämpfen oder Verdauungsstörungen.

  • Geschwächtes Immunsystem: Du bist ständig erkältet oder anfälliger für Infekte, weil dein Körper keine Energie mehr für die Abwehr hat.


Symptome im Verhalten: der schleichende Rückzug


Schließlich zeigt sich Überforderung auch darin, wie du handelst – oder eben nicht mehr handelst. Dein Verhalten verändert sich, oft schleichend und anfangs fast unbemerkt.


Beobachte bei dir folgende Verhaltensänderungen:


  • Sozialer Rückzug: Du meidest Treffen mit Freunden oder Familie, weil dir die soziale Interaktion einfach zu anstrengend vorkommt.

  • Prokrastination: Wichtige Aufgaben schiebst du immer wieder auf, weil du dich ihnen nicht gewachsen fühlst und der Anfang unmöglich erscheint.

  • Erhöhter Konsum von Genussmitteln: Du greifst häufiger zu Schokolade, Alkohol oder Zigaretten, um dich kurzfristig zu beruhigen oder zu belohnen.

  • Vernachlässigung von Selbstfürsorge: Du hast keine Energie mehr für Sport, Hobbys oder Dinge, die dir eigentlich guttun.


Diese vier Bereiche sind eng miteinander verknüpft und verstärken sich oft gegenseitig. Ein Gedankenkarussell (kognitiv) führt zu Schlaflosigkeit (körperlich), was wiederum die Gereiztheit (emotional) steigert und dich dazu bringt, Treffen abzusagen (Verhalten).


Hier ist eine kompakte Übersicht, die dir hilft, die Signale bei dir selbst schneller zu erkennen.


Die Warnsignale der Überforderung im Überblick


Diese Tabelle fasst die typischen Symptome der Überforderung in vier zentralen Lebensbereichen zusammen, um dir eine schnelle Selbsteinschätzung zu ermöglichen.


Dimension

Typische Symptome

Kognitiv (Denken)

Konzentrationsprobleme, Gedächtnislücken, Entscheidungsschwäche, Grübeln

Emotional (Fühlen)

Gereiztheit, Wutausbrüche, innere Leere, Angst, Hoffnungslosigkeit

Körperlich (Körper)

Schlafstörungen, Verspannungen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme, Infektanfälligkeit

Verhalten (Handeln)

Sozialer Rückzug, Aufschieben (Prokrastination), mehr Genussmittel, Vernachlässigung von Hobbys


Sie wiederzuerkennen, ist der erste, entscheidende Schritt, um aus der Spirale der Überforderung auszubrechen. Wenn du diese Signale bei dir wahrnimmst, ist es an der Zeit, aktiv zu werden und dir gezielt Unterstützung zu holen.


Die wahren Quellen der Überforderung aufdecken


Um das Gefühl der Überforderung wirklich in den Griff zu bekommen, genügt es nicht, nur an den Symptomen herumzudoktern. Wir müssen tiefer graben und verstehen, woher der Druck eigentlich kommt. Erst wenn du die Quellen kennst, die dein persönliches Glas zum Überlaufen bringen, kannst du den Zufluss gezielt drosseln.


Überforderung entsteht fast immer aus einem Zusammenspiel zweier Kräfte: den Anforderungen von außen und den Antreibern in dir selbst.


Äußere Stressoren – die Welt da draußen


Äußere Stressoren sind die sichtbaren, greifbaren Belastungen, die jeden Tag auf uns einprasseln. Sie sind oft ein fester Bestandteil unserer modernen Lebens- und Arbeitswelt und wirken wie ein ständiger Nieselregen, der dich langsam, aber sicher durchnässt.


Zu den häufigsten äußeren Auslösern gehören:


  • Ein erdrückendes Arbeitspensum: Deadlines jagen einander, Projekte stapeln sich und das E-Mail-Postfach quillt über. Die schiere Menge der Aufgaben übersteigt die verfügbare Zeit und Energie bei Weitem.

  • Ständige digitale Erreichbarkeit: Das Smartphone ist immer dabei, Benachrichtigungen ploppen ununterbrochen auf. Die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmt zusehends, was echte Erholungsphasen fast unmöglich macht.

  • Hohe familiäre Verantwortung: Die Pflege von Angehörigen, die Organisation des Familienalltags oder die Sorge um die Kinder – das sind anspruchsvolle Vollzeitjobs, die oft neben der eigentlichen Erwerbsarbeit gestemmt werden müssen.

  • Informationsflut und der Multitasking-Mythos: Wir werden täglich mit einer Lawine an Informationen konfrontiert. Gleichzeitig hält sich hartnäckig der Mythos, wir könnten mehrere Dinge effizient gleichzeitig erledigen. Die Wahrheit ist: Es zerstreut nur unsere mentale Energie und führt zu Fehlern und Erschöpfung.


Diese Faktoren werden oft noch durch globale Krisen verschärft. Der TK-Stressreport von 2023 zeigt, dass sich zwei Drittel der Menschen in Deutschland (66 Prozent) gestresst fühlen. Bei dieser repräsentativen Studie wurden über 1.000 Personen ab 18 Jahren befragt. Bemerkenswert ist dabei, dass über die Hälfte (53 Prozent) der Gestressten politische und gesellschaftliche Probleme als zusätzliche Belastung empfinden. Das belegt: Überforderung kommt nicht nur aus unserem direkten Umfeld, sondern wird auch durch ein Gefühl der globalen Ohnmacht verstärkt. Wenn du mehr über die Studienergebnisse erfahren möchtest, findest du hier die Details zum TK-Stressreport.


Innere Antreiber – die Stimme im Kopf


Mindestens genauso wirkungsvoll, aber oft viel schwerer zu erkennen, sind die inneren Antreiber. Das sind tief verankerte Überzeugungen, Glaubenssätze und Verhaltensmuster, die dich dazu bringen, dir selbst den größten Druck zu machen. Sie sind wie ein unsichtbarer Motor, der dich unermüdlich vorantreibt, selbst wenn die Akkus längst leer sind.


Innere Antreiber sind oft alte Überlebensstrategien, die uns früher einmal geholfen haben. Heute stehen sie uns jedoch häufig im Weg und werden zur Hauptursache für unsere Erschöpfung.

Drei der mächtigsten inneren Antreiber sind:


  1. Perfektionismus: Der unbedingte Wille, alles fehlerfrei und zu 150 Prozent zu erledigen. Dieser Anspruch führt dazu, dass du unverhältnismäßig viel Zeit und Energie in Aufgaben investierst und dich nie wirklich zufrieden fühlst.

  2. Schwierigkeiten beim Grenzensetzen: Die Unfähigkeit, „Nein“ zu sagen – aus Angst vor Ablehnung, Konflikten oder dem Gefühl, andere zu enttäuschen. Du übernimmst mehr Aufgaben, als du bewältigen kannst, und opferst deine eigenen Bedürfnisse.

  3. Unrealistisch hohe Erwartungen an dich selbst: Der Glaubenssatz „Ich muss alles alleine schaffen“ oder „Ich darf keine Schwäche zeigen“. Du bittest nicht um Hilfe und versuchst, jede Herausforderung im Alleingang zu meistern, was zwangsläufig zur Erschöpfung führt.


Diese inneren Muster sind oft der wahre Kern des Problems. Während du äußere Stressoren vielleicht nicht immer ändern kannst, liegt die Arbeit an deinen inneren Antreibern vollständig in deiner Hand. Genau hier setzt ein gezieltes Emotionscoaching an. Denn wenn du verstehst, welche Emotionen hinter deinem Perfektionismus oder deiner Angst vor dem „Nein“ stecken, kannst du beginnen, diese Muster aufzulösen. Erfahre in unserem Beitrag mehr darüber, wie du emotionale Blockaden durch Stresscoaching lösen kannst.


Die wahre Kunst liegt darin, zu erkennen, wie äußere Anforderungen und deine inneren Antreiber zusammenspielen und sich gegenseitig verstärken. Ein hoher Workload (außen) trifft auf deinen Perfektionismus (innen) – und schon ist die Überlastung vorprogrammiert. Nur wenn du beide Seiten der Medaille betrachtest, kannst du eine nachhaltige Veränderung bewirken.


Stress, Überforderung und Burnout klar unterscheiden


Im Alltag werfen wir die Begriffe Stress, Überforderung und Burnout oft in einen Topf. Doch sie beschreiben ganz unterschiedliche Zustände. Und das ist keine Wortklauberei – es ist entscheidend, den Unterschied zu kennen, um die richtigen Schritte einzuleiten und rechtzeitig die Notbremse zu ziehen.


Stell dir vor, du sprintest einen kurzen, steilen Hügel hoch. Klar, das ist anstrengend. Dein Puls rast, du schnappst nach Luft. Aber oben angekommen weißt du: Gleich ist es vorbei, du kannst dich erholen. Das ist akuter Stress: eine völlig natürliche, kurzfristige Reaktion deines Körpers auf eine klare Herausforderung. Stress mobilisiert Energie für eine Aufgabe und ist erst mal nichts Schlechtes.


Das Problem beginnt, wenn aus dem Sprint ein Dauerlauf ohne Zielgerade wird. Die Ursachen dafür sind oft eine Mischung aus äußeren Anforderungen und unseren eigenen inneren Antreibern.


Diagramm zeigt Überforderung als Gehirn-Symbol, aufgeteilt in äußere und innere Ursachen mit entsprechenden Symbolen.

Genau dieses Zusammenspiel – die To-do-Liste von außen trifft auf den Perfektionisten in dir – ebnet den Weg in die Erschöpfung.


Von der Dauerbelastung zur Erschöpfung


Chronische Überforderung fühlt sich völlig anders an. Bleiben wir beim Lauf-Beispiel: Hier läufst du einen Marathon, ohne zu wissen, wo das Ziel ist. Die Anforderungen übersteigen deine Kräfte nicht nur mal kurz, sondern ständig. Du bist in einem Dauerlauf-Modus, bei dem dir langsam, aber sicher die Puste ausgeht. Dein System findet keine Erholungsphasen mehr. Dein Energiekonto ist permanent im Minus.


Burnout ist dann das, was am Ende dieses Marathons passiert. Es ist der Moment, in dem der Motor komplett aussteigt. Das ist keine einfache Müdigkeit mehr, sondern eine tiefe emotionale, körperliche und geistige Erschöpfung. Meistens kommen zwei weitere Dinge hinzu:


  • Zynismus und emotionale Distanz: Du entwickelst eine negative, fast schon gleichgültige Haltung gegenüber deiner Arbeit oder deinem Umfeld. Es fühlt sich an, als würdest du nur noch eine Rolle spielen, innerlich bist du längst ausgestiegen.

  • Gefühl der Sinnlosigkeit und Ineffektivität: Egal, wie sehr du dich anstrengst, du hast das Gefühl, nichts mehr bewirken zu können. Deine Leistung sinkt, und du verlierst den Glauben an deine eigenen Fähigkeiten.


Die drei Stufen im direkten Vergleich


Kurz gesagt: Akuter Stress fühlt sich wie eine Herausforderung an. Überforderung wie Hilflosigkeit. Und Burnout wie pure Hoffnungslosigkeit.


Burnout ist nicht einfach nur das Ergebnis von zu viel Arbeit. Es ist das Ergebnis eines langen, oft unbemerkten Prozesses, in dem die eigenen Werte, Bedürfnisse und Grenzen systematisch ignoriert wurden.

Um die Unterschiede noch greifbarer zu machen, hilft ein direkter Vergleich.


Stress, Überforderung und Burnout im Vergleich


Diese Tabelle stellt die wesentlichen Merkmale und Unterschiede zwischen Stress, Überforderung und Burnout gegenüber, um eine klare Einordnung zu ermöglichen.


Merkmal

Akuter Stress

Chronische Überforderung

Burnout

Dauer

Kurzfristig, vorübergehend

Anhaltend, über Wochen/Monate

Langfristig, tiefgreifend

Hauptgefühl

Anspannung, Herausforderung

Erschöpfung, Hilflosigkeit

Leere, Hoffnungslosigkeit, Zynismus

Energielevel

Mobilisiert, hoch

Abnehmend, erschöpft

Völlig aufgebraucht, leer

Bezug zur Arbeit

Engagement, Fokus

Überengagement, Frustration

Distanzierung, Gleichgültigkeit

Erholung

Schnelle Regeneration möglich

Erholung schwer, unvollständig

Erholung kaum noch möglich, braucht lange Zeit


Dieses Wissen ist dein wichtigstes Werkzeug. Es hilft dir, deine Situation präzise einzuordnen und zu verstehen, wo genau du stehst. Erkennst du dich in der mittleren Spalte wieder? Dann ist das ein dringendes Warnsignal. Es ist der Moment, um aktiv zu werden, bevor der Zustand in einen Burnout kippt. Ein Coaching kann hier der entscheidende Schritt sein, um die Muster zu durchbrechen und deine Akkus gezielt wieder aufzuladen.


Was tun, wenn das Gefühl der Überwältigung die Oberhand gewinnt?


Wenn das Wasser bis zum Hals steht, helfen keine langfristigen Strategiepläne. Was du dann brauchst, ist ein Rettungsring – sofort wirksame Techniken, die dich aus dem Strudel der Überforderung ziehen und dir wieder festen Boden unter die Füße geben. Sieh diesen Abschnitt als deinen persönlichen Werkzeugkasten für den Notfall.


Die folgenden Methoden sind darauf ausgelegt, dein überreiztes Nervensystem schnell zu beruhigen, deine Gedanken zu sortieren und dir das Gefühl von Kontrolle zurückzugeben. Sie ersetzen keine nachhaltige Auseinandersetzung mit den Ursachen, aber sie schaffen die nötige Luft zum Atmen, um überhaupt wieder handlungsfähig zu werden.


Nervensystem beruhigen und im Hier und Jetzt ankommen


Fühlst du dich überwältigt, läuft dein Nervensystem im Alarmzustand. Der erste und wichtigste Schritt ist deshalb, diesen Alarm zu deaktivieren. Zwei einfache, aber extrem wirkungsvolle Methoden helfen dir dabei.


Die 4-4-6-Atemtechnik: Diese Technik wirkt wie eine Notbremse für dein Stresssystem. Setz oder leg dich bequem hin und atme ganz bewusst:


  1. Atme 4 Sekunden lang ruhig durch die Nase ein.

  2. Halte die Luft für 4 Sekunden an.

  3. Atme 6 Sekunden lang langsam und hörbar durch den Mund wieder aus.Wiederhole das drei- bis viermal. Die lange Ausatmung signalisiert deinem Gehirn, dass die Gefahr vorüber ist. Es schaltet vom Kampf-oder-Flucht-Modus in den Ruhemodus.


Die 5-4-3-2-1-Methode: Diese Achtsamkeitsübung ist perfekt, um aus quälenden Grübelschleifen auszusteigen und zurück in die Gegenwart zu finden. Nimm wahr und benenne leise oder in Gedanken:


  • 5 Dinge, die du sehen kannst (eine Tasse, ein Bild, der Baum vor dem Fenster).

  • 4 Dinge, die du fühlen kannst (deine Füße auf dem Boden, der Stoff deiner Kleidung, die Tischplatte unter deinen Händen).

  • 3 Dinge, die du hören kannst (das Ticken einer Uhr, ein entferntes Auto, dein eigener Atem).

  • 2 Dinge, die du riechen kannst (der Kaffee auf deinem Tisch, die frische Luft).

  • 1 Ding, das du schmecken kannst (vielleicht der Nachgeschmack des Kaffees oder einfach dein eigener Mund). Diese Übung zwingt dein Gehirn, sich auf die Sinne zu konzentrieren, und unterbricht so das endlose Gedankenkarussell. Mehr dazu, wie du solche Techniken in deinen Alltag integrieren kannst, findest du in unserem Artikel über Achtsamkeit im Business.


Die Aufgabenflut sortieren und Kontrolle zurückgewinnen


Ein Hauptgrund für Überforderung ist das Gefühl, vor einem unbezwingbaren Berg an Aufgaben zu stehen. Jetzt geht es darum, Klarheit zu schaffen und Wichtiges von Dringendem zu trennen.


Die Eisenhower-Matrix ist ein einfaches, aber machtvolles Werkzeug, um deine Prioritäten neu zu ordnen. Du teilst deine Aufgaben in vier Kategorien ein: Wichtig & Dringend, Wichtig & Nicht Dringend, Nicht Wichtig & Dringend, Nicht Wichtig & Nicht Dringend.

Diese simple Sortierung hilft dir, deine Energie auf das zu fokussieren, was wirklich zählt. Du kannst Unwichtiges bewusst eliminieren oder delegieren. So entscheidest du wieder aktiv, anstatt nur zu reagieren.


Grenzen setzen und Energiereserven schützen


Eine der nachhaltigsten Sofortmaßnahmen ist es, den Zufluss neuer Aufgaben und Verpflichtungen zu stoppen. Das bedeutet, klar und freundlich „Nein“ zu sagen.


Ein „Nein“ zu einer Anfrage ist oft ein „Ja“ zu deiner eigenen Gesundheit. Übe es im Kleinen. Formuliere Sätze wie: „Ich verstehe, dass das wichtig ist, aber mein Terminkalender ist für diese Woche bereits voll“ oder „Ich danke dir für das Angebot, aber ich muss leider absagen, um mich auf meine aktuellen Prioritäten zu konzentrieren.“


Es geht nicht darum, egoistisch zu sein, sondern deine wertvollen Energiereserven zu schützen. Diese Fähigkeit ist fundamental, um langfristig handlungsfähig zu bleiben. Viele Menschen fühlen sich durch äußere Faktoren massiv unter Druck gesetzt. Eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der KKH aus dem Jahr 2024 ergab, dass sich 82 Prozent der Deutschen zumindest gelegentlich stark angespannt fühlen. Ein wichtiger Punkt hierbei: Gesellschaftliche Sorgen spielen eine wachsende Rolle und verstärken das individuelle Stresserleben. Dies zeigt, dass es nicht nur um Aufgabenmanagement geht, sondern auch darum, sich bewusst vor übermäßigen Anforderungen von außen zu schützen. Lies hier mehr über die Studienergebnisse zum Stressempfinden.


Wann professionelle Unterstützung der nächste Schritt ist


Strategien zur Selbsthilfe sind unheimlich wertvolle Werkzeuge. Sie helfen dir, die akuten Wellen der Überforderung zu meistern und wieder Luft zu bekommen. Aber manchmal fühlt es sich an, als würdest du mit einem Eimer ein leckes Boot ausschöpfen, während das Wasser unaufhörlich durch mehrere Risse strömt. Das Ausschöpfen verschafft dir kurz eine Pause, aber es repariert die Lecks nicht.


Wenn du merkst, dass du trotz aller Bemühungen immer wieder in dieselben Erschöpfungsmuster fällst, ist das kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein klares Signal dafür, dass die Wurzeln des Problems tiefer liegen und Sofortmaßnahmen nicht mehr greifen.


Genau hier kann professionelle Unterstützung den entscheidenden Unterschied machen. Es ist ein Zeichen von Stärke und guter Selbstfürsorge, sich genau dann Hilfe zu holen, wenn die eigenen Werkzeuge an ihre Grenzen stoßen.


Wenn Selbsthilfe nicht mehr reicht


Ein gezieltes Emotionscoaching hilft dir dabei, die Risse im Boot zu finden und nachhaltig zu schließen, statt nur Wasser zu schöpfen. Es wird dann zum entscheidenden Hebel, wenn du dich in einem dieser Punkte wiederfindest:


  • Die Muster sind chronisch: Du fühlst dich seit Monaten oder sogar Jahren permanent am Limit. Echte Erholung? Fehlanzeige. Selbst der Urlaub bringt keine nachhaltige Regeneration mehr.

  • Du kannst die Ursachen nicht greifen: Du spürst die Überforderung ganz deutlich, aber die wahren Auslöser bleiben im Nebel. Oft sind es innere Antreiber wie Perfektionismus oder das Gefühl, nicht gut genug zu sein, die unbewusst im Hintergrund wirken.

  • Deine Beziehungen leiden: Deine Zündschnur wird immer kürzer. Deine Gereiztheit oder dein sozialer Rückzug belasten deine Partnerschaft, deine Familie oder deine Freundschaften zusehends.

  • Die körperlichen Symptome nehmen zu: Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Magenprobleme sind zu ständigen Begleitern geworden und fressen an deiner Lebensqualität.


Wenn dir das bekannt vorkommt, kämpfst du nicht mehr nur gegen Alltagsstress. Du stehst tief verankerten emotionalen und Verhaltensmustern gegenüber. Und genau hier setzt ein professionelles Coaching an.


Wie ein Emotionscoaching dich unterstützt


Im Coaching geht es nicht darum, an der Oberfläche zu kratzen und Symptome zu bekämpfen. Wir tauchen tiefer und decken die emotionalen Wurzeln deiner Überforderung auf. Es ist kein reines Gespräch, sondern eine gezielte, strukturierte Arbeit an deinem inneren System.


Stell dir einen Coach als neutralen Sparringspartner vor. Jemand, der dir hilft, aus deinem eigenen Gedankenkarussell auszusteigen und die Dinge aus einer neuen Perspektive zu sehen. Gemeinsam spüren wir hemmende Glaubenssätze auf – diese leisen, aber mächtigen Sätze wie „Ich muss alles allein schaffen“ oder „Ich darf keine Schwäche zeigen“, die dich unbewusst antreiben und auslaugen.


Ein Coaching ist eine Investition in deine Resilienz. Es geht nicht nur darum, ein akutes Problem zu lösen. Es geht darum, deine Fähigkeit zur emotionalen Regulation so zu trainieren, dass du zukünftigen Herausforderungen gelassener und selbstsicherer begegnen kannst.

Du lernst, die feinen Signale deines Körpers und deiner Emotionen früher und besser zu deuten. Statt pauschaler Tipps entwickelst du maßgeschneiderte Strategien, die wirklich zu dir und deinem Leben passen. Das Ziel ist, deine Selbstwirksamkeit zu stärken – also das Vertrauen in deine eigene Fähigkeit, Herausforderungen aus eigener Kraft zu meistern.


Wenn du das Gefühl hast, dass es an der Zeit ist, diesen Kreislauf nachhaltig zu durchbrechen, ist der nächste Schritt ganz einfach. In einem unverbindlichen und kostenlosen Erstgespräch finden wir gemeinsam heraus, wo du gerade stehst und wie ein Coaching bei Salmi Coaching dich auf deinem Weg unterstützen kann.


Bist du bereit, die Kontrolle zurückzugewinnen und deine inneren Akkus wieder aufzuladen? Vereinbare jetzt dein Erstgespräch und lass uns gemeinsam deinen Weg zu mehr Gelassenheit und Stärke gestalten.


Häufig gestellte Fragen zum Thema Überforderung


Hier habe ich die wichtigsten Fragen für dich zusammengefasst, die mir im Coaching immer wieder begegnen. Die Antworten sind bewusst kurz und praxisnah gehalten – für eine schnelle Orientierung im Alltag.


Was ist der Unterschied zwischen überfordert und gestresst sein?


Stress kennt jeder: Er ist die kurzfristige, natürliche Antwort auf eine konkrete Herausforderung, wie einen wichtigen Vortrag. Stress mobilisiert Energie, macht uns wach und fokussiert.


Überforderung ist etwas anderes. Sie ist ein chronischer Zustand, in dem die Anforderungen deine verfügbaren Kräfte dauerhaft übersteigen. Du fühlst dich dann nicht mehr herausgefordert, sondern hilflos und erschöpft, ohne dass ein Ende in Sicht wäre. Das ist der entscheidende Unterschied.


Kann Überforderung zu körperlichen Problemen führen?


Ja, absolut. Dauerhafte Überforderung versetzt dein Nervensystem in einen permanenten Alarmzustand – es kann nicht mehr richtig „runterfahren“.


Der Körper reagiert darauf oft mit ganz konkreten Signalen: anhaltende Schlafstörungen, chronische Kopf- und Rückenschmerzen, Verdauungsprobleme oder eine ständige Infektanfälligkeit sind typisch. So zeigt dein Körper unmissverständlich, dass seine Belastungsgrenze erreicht ist.


Wie kann ich im Alltag schnell gegensteuern?


Wenn du merkst, dass alles zu viel wird, unterbrich den Kreislauf sofort. Eine extrem wirksame Methode, um das Nervensystem zu beruhigen, ist die 4-4-6-Atemtechnik.


Atme vier Sekunden durch die Nase ein, halte die Luft vier Sekunden an und atme dann langsam sechs Sekunden durch den Mund aus. Schon wenige Wiederholungen signalisieren deinem Körper, dass die unmittelbare Gefahr vorüber ist, und verschaffen dir einen Moment Klarheit.


Wann sollte ich mir professionelle Hilfe suchen?


Selbsthilfe ist der erste, wichtige Schritt. Sie hat aber ihre Grenzen. Such dir Unterstützung, wenn du merkst, dass die Überforderung zu deinem Dauerzustand wird und deine Lebensqualität spürbar leidet.


Klare Anzeichen sind, wenn du trotz aller Bemühungen immer wieder in dieselben Erschöpfungsmuster fällst, deine Beziehungen darunter leiden oder die körperlichen Symptome zu deinem ständigen Begleiter werden. Ein Coaching hilft dann, die tieferen Ursachen zu erkennen und nachhaltige Strategien zu entwickeln.


Ist Überforderung ein Zeichen von Schwäche?


Nein, ganz im Gegenteil. Überforderung ist kein persönliches Versagen, sondern ein einfaches Ungleichgewicht: Die Summe der Anforderungen ist größer als die Energie, die dir zur Verfügung steht.


Meist ist sie ein Zeichen dafür, dass du lange versucht hast, alles zu schaffen, und dabei vielleicht über deine eigenen Grenzen gegangen bist. Dieses Warnsignal zu erkennen und aktiv zu werden, ist ein echter Akt von Stärke und Selbstfürsorge.



Findest du dich in diesen Fragen wieder und wünschst dir einen Weg aus der Überforderungsspirale? Bei Salmi Coaching unterstütze ich dich dabei, die emotionalen Wurzeln deiner Belastung zu verstehen und deine innere Widerstandskraft gezielt zu stärken. Buche jetzt dein unverbindliches Erstgespräch und finde zurück in deine Handlungsfähigkeit.


 
 
 

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